Lehren aus dem Facebook-Algorithmus-Wechsel - authentisch
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Lehren aus dem Facebook-Algorithmus-Wechsel

Ende letzten Jahres sorgte Facebook für Aufsehen. Sie testeten einen separaten Newsfeed für Seiteninhalte und normale Postings. Dieser Test, der unter anderem in Serbien und der Slowakei statt fand, war eine Antwort auf Feedback von Usern, die sich mehr Neuigkeiten aus ihrem Freundeskreis wünschten. Die Tests ergaben nun aber, dass es für die User schwieriger war, “relevante Informationen” zu bekommen. Mehr Infos dazu gibts hier.

Erwartungsgemäss hat ein Aufsplitten von Seiten-Inhalten und normalen Posts zu einem Reichweitenverlust bei Publishern und anderen Seitenbetreibern geführt. Gemäss Filip Struhárik, einem Journalisten der Slowakischen Dennik N, lag derren Facebook-Traffic im November und Dezember um 9% tiefer also zuvor (der Facebook-Test startete im Oktober).

Auch in der Schweiz kämpfen News-Seiten mit dem Facebook-Algorithmus. Tsüri.ch hat dies in einem umfangreichen Artikel offen gelegt und gezeigt, wie stark sie unter den Algorithmus-Änderungen von Anfang 2018 leiden. Inhalte von Freunden haben seither Vorrang.

“Wir haben keine Lust mehr, unser knappes und hart verdientes Geld einem Internetgiganten in den Arsch zu schieben … Also müssen wir weg von Facebook.” — Simon Jacoby, Tsüri.ch

Facebooks Tests werden auch als Zeichen dafür gedeutet, dass sie sich überlegen, wie sie den User-Shift in der Nutzung von sozialen Netzwerken begegnen wollen. Die Entwicklung geht in die Richtung vermehrter Nutzung von privaten Netzwerken, respektive Messaging Apps.

Zwei Punkte sind daraus zu ziehen:

  • Wer sich zu stark abhängig von Google oder Facebook-Traffic macht, liefert Wohl oder Übel sein digitales Geschäft aus. Das ist heikel.
  • Alle, nicht nur Publisher-Webseiten, sondern auch alle anderen Firmen-Webseiten, die über den digitalen Kanal etwas verkaufen wollen, müssen sich konstant überlegen, wie sie die Distributions-Kanäle diversifizieren können.

Tsüri.ch ist kein Einzalfall. Es braucht also neue Ansätze.

  1. Es ist wichtig, eine diversifizierte Content- und Social-Media-Strategie zu haben und sich nicht bloss auf Facebook zu fokussieren.
  2. Definiert eine klare Strategie, was ihr auf Facebook machen wollt: Engagement ist zur Zeit wohl das bessere Ziel, als Referrals.
  3. Jagt nicht nach Shares mit viralem Content und Headlines.
  4. Baut eure Kompetenz in euren Themenbereichen selber auf — zum Beispiel auf der eigenen Unternehmenswebseite.
  5. Baut eure Leserschaft und User mit eigenen Distributions-Kanälen auf.
  6. Arbeitet mit gutem Content — der setzt sich immer durch.